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Matthias Fischer. Ihre Stimme für den Landtag.

„Eine wirkliche Alternative zur CSU ist nur die SPD“ :

Presse


WAHLKAMPF. Die SPD sieht am kommenden Wahlsonntag die Gelegenheit, die CSU auf „Normalmaß zu stutzen“, weiß aber, dass sie auch selbst deutlich mehr als die 19,6 Prozent von 2003 erreichen muss.

VON THOMAS GÖTTINGER

SCHWANDORF. „The Times They Are AChangin’“ sang Eddy Gabler gestern Abend zum Wahlkampfabschluss der SPD im Gasthaus Obermeier in Klardorf, und tatsächlich erhofft sich die Partei am kommenden Sonntag ja, dass sich die Zeiten endlich auch in Bayern ändern, die CSU also ihre absolute Mehrheit verliert oder doch zumindest erhebliche Einbußen erleidet. „Es ist ein Wert an sich, wenn die CSU um die 50 Prozent oder darunter
rumkrebst“, sagte der SPD-Bezirksvorsitzende und Landtagskandidat im Stimmkreis Schwandorf Franz Schindler. Zum ersten Mal seit 51 Jahren bestehe die Gelegenheit, die CSU auf „Normalmaß zu stutzen“. Gleichzeitig müsse aber auch die SPD zulegen. „Wir müssen dafür sorgen, dass es mehr werden als die 19,6 Prozent vom letzten Mal“, forderte er. Schindler und die drei anderen Direktkandidaten der SPD in den beiden Stimmkreisen im Landkreis Schwandorf riefen dazu auf, bis zur letzten Minute um jede Stimme zu kämpfen. Johann Dechant etwa, der sich im Stimmkreis Regensburg-Land/Schwandorf um ein Direktmandat für den Bezirkstag bewirbt, zeigte sich überzeugt: „Die Chance, die absolute
Mehrheit der CSU zu brechen ist so groß wie nie.“ Bayern müsse endlich gerechter
werden, gab Dechant das Wahlkampfcredo seiner Partei wieder. Zur Gerechtigkeit gehört für ihn auch, dass endlich ganz Bayern flächendeckend mit schnellen Internetzugängen (DSL) versorgt werde. Und er zitierte das Motto der SPD für ihre Arbeit im Bezirkstag
„Stark sein für die Schwachen!“

„Bildung hängt vom Geldbeutel ab“
Matthias Fischer, Landtagskandidat im Stimmkreis Regensburg-Land/Schwandorf, stellte noch einmal die Bildungspolitik in den Mittelpunkt seiner Rede. Es möge ja stimmen,
dass Bayern die besten Schüler habe, so Fischer, „aber wir haben auch ein hoch selektives Bildungssystem“. Nirgendwo sonst hänge die Bildung der Kinder derart stark vom Geldbeutel
der Eltern ab. Die SPD setze sich deshalb für den Ausbau der Kinderbetreuung, für die Ganztagsschulen sowie für die Abschaffung der Studiengebühren ein. Fischer: „Eine wirkliche
Alternative zur CSU ist nur die SPD!“ SPD das „soziale Gewissen“ Landrat Volker Liedtke, der sich in der Nachfolge von Hans Schuierer nun auch um einen Sitz im Bezirkstag bemüht,
unterstrich die Rolle der Sozialdemokraten in dem Parlament. Man verstehe sich, „als das soziale Gewissen“. Man wolle dafür sorgen, „dass es im Bezirk sozial gerechter zugeht“.
Liedtke machte deutlich, dass gerade der Landkreis Schwandorf besonders eng mit dem Bezirk verbunden sei, durch Einrichtungen wie das Oberpfälzer Freilandmuseum etwa oder
auch durch das Oberpfälzer Seenland. Darum: „Ich glaube, dass es gerade für einen Landrat des Landkreises Schwandorf besonders wichtig ist, im Bezirkstag mitzuwirken.“ Franz Schindler schließlich wurde grundsätzlich. „Es geht darum, welchen Staat wir künftig haben wollen und welche Politik“, sagte er. Solle es ein Staat für die Reichen und Privilegierten
sein, für die Leiharbeitsunternehmer, die Zocker und Spekulanten, so Schindler, oder aber ein Staat, „in dem alle Menschen auch tatsächlich eine Zukunft haben? Wir können am
Sonntag darüber abstimmen!“, rief er in den Saal und ließ keinen Zweifel daran, dass man dann der SPD die Stimme geben müsse. Erneut wehrte sich Schindler dagegen,
dass Bayern von der CSU vereinnahmt werde, die Partei sich gebärde, als habe sie das „schöne Bayern“ überhaupt erst erschaffen, den „Watzmann selbst gemeißelt und den Chiemsee selbst gegraben“. Aber der bayerische Staat samt seiner Verfassung sei sowieso
mehr von den Sozialdemokraten geprägt. „Die historische Leistung der SPD für den Freistaat Bayern ist größer als die historische Leistung der CSU“, sagte Schindler mit Blick auf bedeutende Sozialdemokraten wie etwa Kurt Eisner oder Wilhelm Hoegner. Kurzum:
„Dies ist schon auch unser Staat!“ Spätestens am Sonntagabend wissen Schindler und seine Genossen dann, wie die Wähler das sehen und ob sich die Zeiten tatsächlich geändert haben.

Erschienen in der Mittelbayerischen Zeitung

 

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