
WAHLKAMPF. SPD sieht beim Abschluss in Teublitz Chancen für den Machtwechsel.
VON WERNER ARTMANN
Presse

WAHLKAMPF. SPD sieht beim Abschluss in Teublitz Chancen für den Machtwechsel.
VON WERNER ARTMANN
TEUBLITZ/SCHWANDORF/REGENSBURG. „51 Jahre SPD-Opposition im Bayerischen Landtag reichen genauso wie 51 Jahre CSU-Regierung, und wir sagen ‚Danke liebe CSU‘, denn es kommt jetzt eine neue SPD-Zeit unter dem Motto ,Bayern, aber gerechter!“ In einer „feurigen“ Rede rechnete der SPD-Bezirksvorsitzende und Landtagskandidat Franz Schindler (Stimmkreis 307, Schwandorf) bei der öffentlichen Abschlussveranstaltung des SPD-Kreisverbandes Schwandorf vor rund 100 Zuhörern im „Gasthaus am Stadtpark“
in Teublitz mit der CSU-Regierung in München gewaltig ab. Im Rahmen der Versammlung stellten sich auch die Direktkandidaten für den Land- und Bezirkstag der beiden Stimmkreise Schwandorf (307) und Regensburg-Land/Schwandorf (305), Franz Schindler, Matthias Fischer, Hans Dechant und Volker Liedtke mit ihren Programmen vor.
Gerechtigkeit und Bildung
Die SPD-Kreisvorsitzende im Landkreis Schwandorf, Marianne Schieder, freute sich über das „volle Haus“ zum Abschluss des Wahlkampfes. Die vier Kandidaten hätten in den letzten Wochen einen harten Wahlkampf geführt und viele Wähler mit ihren Argumenten überzeugt.
SPD-Bezirkstagskandidat Johann Dechant aus Steinsberg bei Regenstauf hat in den letzten Wochen die beiden Stimmkreise viel bereist. „Ich habe gespürt, es tut sich was, die Leute wollen andere Mehrheiten!“ Er wolle mit seiner Erfahrung, Bürgernähe und Glaubwürdigkeit
die Interessen und Anliegen der Bevölkerung zum Wohle der Oberpfalz in den Bezirkstag einbringen. Schwerpunkte seiner beruflichen und politischen Arbeit als Bezirksrat seien die Arbeitnehmerinteressen, soziale Gerechtigkeit und gleiche Bildungschancen für alle.
SPD-Landtagskandidat Matthias Fischer aus Nittenau meinte, er sei als „unbekanntes Gesicht“ von „Null auf Hundert“ in diesen Wahlkampf gestartet. Trotzdem habe er erfolgreich viel Zeit und Aufwand in den Wahlkampf gesteckt. So sehe er bei der Wahl am
Sonntag gute Chancen der SPD, die CSU-Mehrheiten zu brechen. Bayern sei ein starkes und erfolgreiches Land, jedoch gehe es in vielen Bereichen ungerecht zu. Er denke an Themen wie Arbeitslosigkeit, Schulsystem, Studiengebühren, Büchergeld, Studenten- und
Auszubildendenmangel, Ausbau der Kinderbetreuung, Atomkraft usw. Die CSU und die Staatsregierung seien im Moment offen erkennbar dabei, die gesellschaftliche Solidarität in Bayern aufzukündigen. Durch ihre unverantwortliche Bildungspolitik lasse sie gerade
die jungen Menschen in Stich. Landrat und Bezirkstagskandidat Volker Liedtke aus Burglengenfeld machte sich Gedanken über die prognostizierte Zahl der Nichtwähler oder
Unentschlossenen. „Sollte ich in den Bezirkstag gewählt werden, werde ich
mich besonders dafür einsetzen, dass es sozial und gerecht zugeht in unserem
Land“, sagte Liedtke. SPD-Bezirksvorsitzender und Landtagskandidat
Franz Schindler aus Schwandorf ging mit der Bayerischen Staatsregierung „hart ins Gericht“. Die Bindung der Wähler zur CSU nehme ab. Die Gegenkandidaten seien „völlig aus dem Häuschen“, denn Anstand sei noch nie ein Markenzeichen der CSU gewesen.
CSU hat nicht alles falsch gemacht
Schindler erinnerte an den Rechtsextremismus in Regensburg, den Umgang mit den Milchbauern, die Unterschriftensammlung für die Pendlerpauschale und an die „Huber-Kreuzzüge“. Trotz des Einsatzes von rund sechs Millionen Euro (SPD rund zwei Millionen Euro) für den Wahlkampf werde die CSU immer nervöser. Schindler räumte aber auch ein, dass die CSU in ihren 51 Jahren der Regierung „nicht alles falsch gemacht habe!“ Darunter fielen auch viele SPD-Forderungen, die von der Landesregierung zeitversetzt
übernommen und umgesetzt worden seien. Die Gleichung „CSU ist gleich Bayern“ stimme nicht. „Bayern ist nicht das Land der Schwarzen und auch nicht der Roten. Es ist unser aller
Land!“ Wenn sich am Sonntag neue Machtverhältnisse ergäben, sei dies Ausdruck einer demokratischen Normalität. Musikalisch wurde der Abschlusswahlabend umrahmt durch die „Neuhäusler- Musikanten“ aus Pirkensee.
Erschienen in der Mittelbayerischen Zeitung