[Darstellung Größer 1 wählen.] [zum Inhalt (Taste Alt+8).] [zur Auswahl (Taste Alt+7).] (Taste Alt+6).

Matthias Fischer. Ihre Stimme für den Landtag.

„Elektroauto wird schneller kommen“. Hermann Scheer, Träger des alternativen Nobelpreises, bei Energiegipfel der SPD :

Presse

Wackersdorf. (rid) Weil die fossilen Quellen zur Neige gingen und das Umweltproblem dränge, steht für den SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Hermann Scheer außer Zweifel: „Die Zukunft unserer Versorgung kann nur bei den erneuerbaren Energien liegen“. Bei einem Fachgespräch in Burglengenfeld und bei einer Kundgebung in Wackersdorf hielt der Präsident von „Eurosolar“ (gemeinnützige europäische Vereinigung für erneuerbare Energien) die Vollversorgung mit Sonnen-, Wind-, Wasser- und Bioenergie innerhalb der nächsten 30 Jahre für machbar.

Der steigende Energiebedarf in Indien und China werde die fossilen Reserven schneller schwinden lassen als erwartet. Der Vorsitzende des „Weltrats für erneuerbare Energien“
sieht deshalb Europa in „eine Schleuderzone und eine Verfügbarkeitsfalle“ tappen. Der Griff auf die Energiereserven führe unter den Ländern zunehmend zu Konflikten. Für viele kleine Kraftwerke In den regenerativen Quellen sieht Dr. Hermann Scheer, der Träger des alternativen Nobelpreises, nur Vorteile. Die dezentrale Versorgung mache unabhängig, die Technik sei sofort einsetzbar, die Natur liefere die Energie kostenlos und die Produktion
von Solar- und Windkraftanlagen schaffe zusätzlich Arbeitsplätze. Und: „Das Elektroauto wird schneller kommen, als viele denken“. Die Argumente der Gegenseite, die erneuerbaren
Energien seien zu teuer, hätten einen zu geringen Wirkungsgrad und seien technisch nicht ausgereift, hält der SPD-Abgeordnete für Ausreden. Mit dem Bau vieler „kleiner Kraftwerke vor Ort“ könne man dem „Energiekartell“ die Grundlagen entziehen. Weil die Konzerne von sich aus die Wende nicht einleiten werden, will Dr. Hermann Scheer „andere Akteure ins Spiel bringen“. Etwa die örtlichen Stadtwerke, die die Chance für eine transparente und stabile Stromversorgung der Bevölkerung nutzen sollten. Im Energieeinspeisungsgesetz
sieht der Mitinitiator eine „Erfolgsgeschichte“, die im Inland über 200 000 Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen habe und die sich auch gut exportieren lasse. Der Atomlobby wirft der Wirtschaftswissenschaftler vor, den Ausbau der Windkraft zu blockieren, um die Notwendigkeit des Atomstroms zu untermauern. Scheer: „Deshalb brauchen wir ein Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien in der Bauleitplanung“. In der Diskussion fragten die Fachleute aus dem Handwerk und der Landwirtschaft kritisch nach. Ein Redner hielt das Energieeinsparungsgesetz gar für die „größte Fehlentscheidung der rotgrünen Bundesregierung“, weil dadurch kein einziges Kraftwerk abgeschaltet worden sei. Zudem hätten die Solarmodule „einen miserablen Wirkungsgrad“. Stattdessen hätte der Gesetzgeber die Industrie zur Herstellung stromsparender Geräte verpflichten und die
Menschen zum Energiesparen anhalten sollen. Dr. Scheer gab hier zu bedenken, dass dem Energieeinspeisungsgesetz EU und die Länder nicht zustimmen mussten und der Bund es
im Alleingang durchsetzen konnte. Im Gegensatz zu technischen Auflagen, die zustimmungspflichtig gewesen wären. Auch dem Argument, die Landwirtschaft sei bei der Lieferung von Nahrung und Energie überfordert, konnte der Politiker nicht folgen. Bei entsprechender Fruchtfolge stecke genügend Potenzial in den Böden, so Dr. Scheer.
Beim Ausstieg bleiben MdL Franz Schindler sprach sich in Bayern für das Dreisäulenkonzept
aus Energiesparen, Steigerung der Effizienz und Einsatz erneuerbarer Energien aus, wodurch 150 000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten. „Der beschlossene Ausstieg aus der
Atomenergie ist für die SPD nicht verhandelbar“, betonte Landtagskandidat Matthias Fischer. Landrat Volker sieht den Landkreis bei den erneuerbaren Energien auf einem guten Weg.

Erschienen im Neuen Tag

 

- Zum Seitenanfang.